LXX. “dilemma”

Einen frischen Blick bekommen. Frei von überreizten Sinnen und Gedanken von Vergangenheit oder Zukunft. Frei von Ängsten. Das Vertrauen zu spüren, dass alles möglich ist. Ich möchte nicht wieder im negativen Blick erstarren, es ist so einfach die Dinge negativ zu sehen und zynisch zu sein. Dennoch sehe ich in den meisten Fällen eine starke Ignoranz gegenüber der Geschehnissen die auf unserer Welt, in unserer Gesellschaft passieren. Wir sind fügig geworden, obrigkeitshörig waren wir ja immer schon. Kritisch zu denken ist out. “message control” ist angesagt, die Meinung und Argumentation ist vorgegeben, ohne dass es die meisten merken. Auf sehr subtile art und weise wird es uns eingeimpft. Es fasziniert mich, was man erreichen kann, wenn man einfach etwas ständig wiederholt, bis man es einfach glaubt. Oder etwas abstreitet bis man etwas nicht mehr glaubt. Am Ende sind die Menschen so verwirrt, müde oder gereizt, dass sie entweder die Themen die emotional so negativ geladen sind, gar nicht mehr ansprechen und wie ein toter Fisch einfach mit dem Strom schwimmen. Ist im ersten Moment ja auch einfacher. Doch wo führt uns das hin? Wo hat es uns schon hingeführt ? Geben wir immer mehr Freiheit auf für Sicherheit? Sind wir nicht schon hoffnungslos gefangen und gesteuert? Ist die Angst vor dem Tot so stark? Warum ist die Angst vor dem Tot so stark? Weil wir nicht leben?

Ich darf jetzt doch schon eine zeitlang den Beruf als Yogalehrer ausführen und bekomme dadurch ganz spannende Einblicke in das Leben einiger Menschen. Menschen bei denen die meisten glauben würden, dass sie keine Probleme haben und glücklich sind, weil sie, wenn sie nicht schon alles haben, was das weltliche Herz begehrt, sich alles leisten können. Ich muss immer wieder feststellen, dass es am Ende immer darum geht geliebt und gemocht zu werden. Und nicht dafür, was sie vorgeben zu sein, sondern für das geliebt zu werden was man ist, einfach sich selbst. Doch das ist meistens ein großes Dilemma, weil dafür muss man sich zuerst selbst lieben und sich mit sich selbst konfrontieren. Meistens ist der Verstand aber so stark, dass man verlernt hat an sich zu glauben und sich selbst zu sein, dass es einfacher ist wieder irgendetwas vorzugeben. Man wird ja auch immer wieder in seiner Rolle bestärkt und bestärkt sich dadurch immer wieder selbst darin. Meistens steckt man in einem Umfeld, in einem Leben, dass schon von Grund auf auf diesem Jemand, dass man glaubt zu sein aufgebaut ist, dass es ganz, ganz schwierig ist auszubrechen und sich ins ungewisse zu stürzen. Meistens wird es ja nicht einmal wahrgenommen, weil wir es nicht anders kennen oberflächlich zu sein und uns über irgendwelche Äußerlichkeiten zu definieren. Das Dilemma ist, dass, wenn man ein Modell davon entwickelt, wer man ist und wie das Universum funktioniert, es extrem schwer ist, aus diesem herauszukommen. Wir betäuben uns lieber mit Drogen die uns langsam aber sicher krank machen und sehen alles was uns eine neue Perspektive geben könnte als gefährlich, obwohl wir nicht einmal im Ansatz wissen was gewisse Substanzen wie LSD, DMT, Psilocybin in uns auslösen können. Wir leben lieben ein lausiges, langweiliges Leben in dem wir das Spiel mitspielen und vorgeben glücklich zu sein, als den Schritt ins ungewisse zu wagen, weil wir uns so WICHTIG nehmen und von ANGST gelähmt sind, bis wir durch einen Schicksalsschlag aufgeweckt werden, anstatt wir uns einfach öffnen und ins Herz gehen um unsere Intuition zu fühlen.

“Als ich die Chemikalie hatte, berührte ich einen Teil von mir, der mich dazu brachte, die ganze soziale Struktur in Frage zu stellen und nicht mehr bereit zu sein, nach den Regeln zu spielen. Denn etwas war für mich intuitiv gültiger; der Teil von mir, den ich traf, war intuitiv gültiger als der Teil von mir, der Teil des sozialen Spiels gewesen war. Mit anderen Worten: Ich begegnete etwas hinter meinem eigenen Ego.” – Ram Dass

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