LVII. “de/motivation”

Ist einem von euch aufgefallen, dass der wahrscheinlich beste Satiriker unseres Landes, Peter Klien, seine Sendung während der Corona Zeit verloren hat? Nein? Und das nicht wegen den Einschaltquoten, sondern weil der Druck aus der Politik für den ORF Generaldirektor zu hoch geworden ist. Das nenne ich mal “message control” a la Kurz und ÖVP. Still und heimlich. Gute Satire muss ein bischen weh tun. Dachte ich. Doch mittlerweile ist Österreich ein Land in dem sogar die Kunst zensiert wird. Es tut mir leid, aber ich musste das los werden. Ohne dass ich hier jetzt auf den Postenschacher der ÖVP bezüglich der ÖBAG groß eingehen will, weil das ja eingentlich nichts neues ist, ob türkis, rot, grün oder blau. Man muss dem Kurz schon lassen, dass er mit Kritik gut umgehen kann, rhetorisch einfach gut geschult, obwohl ich mir nicht sicher bin, ob die Haut nicht immer dünner wird. Macht euch eure eigene Meinung. Jetzt zum eigentlichen Thema.

Ich denke jeder kennt das auf seine Art und Weise. Noch ein Youtube-Video, noch eine Netflix-Serie, noch ein social-media account checken, noch ein Versuch, bei welchem Spiel auch immer, noch ein Gang in die Küche, vielleicht gibts da noch etwas Brauchbares, obwohl ich schon längst keinen Hunger mehr hab. Kurz gesagt, prokrastinieren. Einfach keine Motivation finden für das was man längst erledigen sollte und sich ständig mit etwas anderem ablenken.

Jetzt gibt es hier schon den ersten Hacken. SOLLTE. Die meisten tun Dinge, die sie tun sollten und nicht tun wollen. Das heißt Zwang. Aus Zwang entsteht alles andere als Motivation. Aus Zwang entsteht Neid, Eifersucht, Geiz, Leere, Lustlosigkeit, Flucht, Sucht und noch andere irrationale Leidenschaften. Alles, jedoch keine Liebe zu sich selbst und zu anderen und zu dem was man tut. Jetzt könnte man hier einige Begriffe definieren um etwas genauer zu verstehen was ich damit meine. Liebe ist ein großes Wort, das ist mir bewusst.

Also, im ersten Punkt geht es darum, welche Art der Tätigkeit wir ausführen, das heißt, die Art der Tätigkeit kann der Ursprung der Demotivation sein. Verantwortung übernehmen und sich verändern, sich fragen welche Möglichkeiten man hat und über welche Kräfte man verfügt, um über sein wahres Talent in die Entfaltung zu kommen. Ich weiss, es ist leichter gesagt als getan. Viele Ängste halten uns zurück. Doch wie heisst es so schön:”Spring und das Netz wird sich zeigen!”.

Was ich euch mitgeben will ist eigentlich nur, dass die Motivation nicht vor dem Tun aus dem nichts entstehen muss oder sollte, sondern dass die Motivation mit dem Tun, mit dem Interesse (darin sein) entsteht und immer mehr wächst wenn der Boden gut ist. Der Boden im Sinne von der Art der Tätigkeit, bzw. von sich heraus aus seinen Möglichkeiten und Kräften zu wirken. Klein Anfangen und einfach etwas tun was einem Spass macht.

“Der wahre Beruf des Menschen ist, zu sich selbst zu kommen.”

Hermann Hesse

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