LXIII. “here we are”

 

Completely distracted I sit there, my depression to have, sometimes at least. Or frustrated? But why? Frustrated to see how we as humans sink in the mire of constant evaluation? Frustrated to know that a purely mundane life, a life of fully bending the system is no longer an option for me? Frustrated to see how many people have drifted away from themselves and surrender to the constant pull of media influence? Or am I just already confused and totally deluded? Maybe I need to detach myself from these ideals. I always want to question myself very strictly, not to consider my view as the absolute view. I am only trying to face my true self. I think I know what the answer is. I was allowed to experience it so clearly.  

I would not have thought that it would be so difficult. Disappointed by the system and by myself. Everything experienced is so transient. Memories remain. Even if they are beautiful, it is no consolation for the present, momentary state. Many disillusionment of life in the system. The poorer strive for wealth because they think they will find happiness in it. The rich are bitter because they have not found their happiness in wealth. Once you get involved in a sober life, you feel what it means to be a human being. Not to flee all the time. The overwhelming and also frustrating thing about the whole thing is the clarity about the superficial behavior. I would call it being wrong. Goehte already used to say: “Man errs as long as he strives.” But only now I understand this quotation, because I can act as an observer. Most of them err, of course I do not exclude myself, also I am not freed from drives of desire and needs by which I let myself be guided. A few seem to have intervals of clarity, but are constantly on the run. The brain literally screams for numbing or for dopamine, for happiness, for the happy hormone, but it is not a perpetual state. It’s a snapshot. You can’t overhear it and fighting it is the grueling part. Even though it’s supposed to make you stronger, it’s extremely challenging for long stretches. On the positive side is the genuineness and the growing control, or leadership over consciousness. Narrow is the line. Don’t forget. Narrow it is. Escape is the easiest thing.

Yet it is so simple. There is no failure, we are carried. Fear is an illusion. The belief of being important, so important that we don’t live out of our heart because we believe we are not loved is one of the greatest illusions. Inconceivably, I have believed in having to conform to an image for most of my life. Once you discover that for yourself, you can’t believe you believed it at all. 

Live out of yourself. Follow the quiet voice that tells you what you would like to do. Even if it seems far away. Believe me, it is very close and above all never too late. 

 

Völlig zerstreut sitze ich da, meine Depressionen zu haben, manchmal zumindest. Oder frustriert? Aber warum? Frustriert zu sehen wie wir als Menschen im Sumpf der ständigen Bewertung versinken? Frustriert zu wissen, dass ein rein weltliches Leben, ein Leben der voller Beugung des Systems keine Option mehr für mich ist? Frustriert zu sehen, wie viele Menschen sich von sich selbst entfernt haben und sich dem ständigen Sog des medialen Einflusses hingeben? Oder bin ich einfach schon verwirrt und total illusioniert? Vielleicht muss ich mich lösen von diesen Idealen. Ich möchte mich immer sehr streng hinterfragen, meine Sicht nicht als die Absolute Sicht betrachten. Versuche ich doch nur mich meinem wahren Ich zu stellen. Dabei meine ich zu wissen was die Antwort ist. Ich durfte es so klar erfahren.  

Hätte nicht gedacht, dass es so schwer fällt. Enttäuscht vom System und von mir selbst. Alles erlebte ist so vergänglich. Erinnerungen bleiben. Auch wenn sie schön sind, ist es kein Trost für den jetzigen, momentanen Zustand. Viele Ernüchterung des Lebens im  System. Die ärmeren streben nach dem Reichtum, weil sie denken ihr Glück darin zu finden. Die Reichen sind verbittert weil sie ihr Glück im Reichtum nicht gefunden haben. Lässt man sich erst mal auf ein nüchternes Leben ein, spürt man erst mal was es heisst Mensch zu sein. Nicht ständig zu flüchten. Das überwältigende und auch frustrierende am ganzen ist die Klarheit über das oberflächliche Verhalten. Ich würde es als irren bezeichnen. Goehte pflegte schon zu sagen: “Es irrt der Mensch solange strebt.” Doch erst jetzt verstehe ich dieses Zitat erst, weil ich als Beobachter auftreten kann. Die meisten irren, natürlich nehme ich mich nicht aus, auch ich bin nicht befreit von Trieben der Lust und Bedürfnissen, von denen ich mich leiten lasse. Ein paar scheinen Intervalle der Klarheit zu haben, sind aber ständig auf der Flucht. Das Gehirn schreit förmlich nach Betäubung oder nach Dopamin, nach Glück, nach dem Glückshormon, doch es ist kein immerwährender Zustand. Eine Momentaufnahme. Man kann es nicht überhören und der Kampf dagegen ist das zermürbende. Auch wenn es einen stärken soll, ist es über weite Strecken extrem herausfordernd. Positiv ist die echtheit und die wachsende Kontrolle, oder Führung über das Bewusstsein. Schmal ist der Grat. Nicht vergessen. Schmal ist er. Die Flucht ist das einfachste.

Dabei ist es so einfach. Es gibt kein scheitern, wir sind getragen. Angst ist eine Illusion. Der Glaube, wichtig zu sein, so wichtig das wir nicht aus unserem Herzen heraus leben, weil wir glauben, nicht geliebt zu werden ist eine der größten Illusionen. Unfassbar, dass ich fast mein ganzes Leben daran geglaubt habe, einem Bild entsprechen zu müssen. Entdeckt man das erst einmal für sich, kann man gar nicht glauben überhaupt daran geglaubt zu haben. 

Lebe aus dir heraus. Verfolge die Leise Stimme, die dir sagt was du eigentlich gerne machen würdest. Sei still und höre ihr aufmerksam zu.  Auch wenn es fern scheint. Glaub mir, es ist ganz nah und vor allem nie zu spät. 

“Man muss das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen”

Hermann Hesse

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